Eine Dokumentation der Vereinsgeschichte

erstellt anlässlich des

l25-jährigen Vereinsjubiläums

 

 

In der Festschrift anlässlich des 100-jährigen Jubiläums unseres Männerchores haben wir das Vereinsleben früherer Zeiten ausführlich dokumentiert. Deshalb möchten wir in dieser Festschrift nur das Wesentliche dieser Geschichte stichpunktartig aufschreiben und etwas mehr auf die rasante Entwicklung in den letzten 25 Jahren eingehen, in denen sich der Verein vom reinen Männerchor zu einem Mehrspartenverein entwickelt hat.

 

Vereinsgeschichte bis zum 2. Weltkrieg

Das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts kann man als die Zeit bezeichnen, in der die meisten Vereine in Deutschland gegründet wurden. In Dörfern und Städten formierten sich die unterschiedlichsten Interessengruppen zu organisierten Vereinen. Es entstanden unzählige Turn-, Krieger-, Arbeiter-, Sport- und Gesangvereine in diesen Jahren.

In Fechingen gab es bereits vor dem Krieg 1870/71 einen Gesangverein, der den Namen „Concordia“ trug, über dessen Gründungsdatum wir aber keine genauen Angaben haben. In den Wirren des Krieges löste sich der Verein wieder auf und wurde am 1. Januar 1885 neu gegründet. Wie in vielen anderen Orten war es auch in Fechingen so, dass aus den unterschiedlichsten Beweggründen bald ein konkurrierender Verein gegründet wurde. So gilt als die eigentliche Geburtsstunde unseres heutigen Vereins der 14. Juni 1885. Nach einem in der Nachkriegszeit verschollenen Protokoll trafen sich an diesem Tag im Gasthaus Wolf 26 Fechinger Bürger mit dem Ziel, einen Verein zur Pflege des deutschen Liedes zu gründen. In dieser Versammlung wurde eine Vereinssatzung entworfen und ein Vorstand gewählt, damit war der Männergesangverein ,,Eintracht'' entstanden. Von den Gründern, die das Sitzungsprotokoll mit dem Text:

„Heute, den 14. Juni l885 versammelten sich die Unterzeichneten im Saale des Herrn Gastwirts Wolff, um sich über die Gründung eines Gesangvereins zu beraten“

unterschrieben haben, sind heute noch 13 namentlich bekannt. Es sind dies: Friedrich Ricke, Heinrich Rehn, Johann Weber, Jakob Lang, Karl Fenk, Karl Wollbold, Johann Latz, Heinrich Seegmüller, Jakob Huppert, August Huppert, Philipp Krauße, Wilhelm Maurer und Jakob Maurer.

Die Existenz zweier Chöre in dem damals bevölkerungsschwachen 0rt Fechingen wirkte sich befruchtend auf die Aktivitäten der beiden Vereine aus. Konkurrierend wurden von beiden Vereinen Theatergruppen gebildet und um neue Mitglieder geworben. Die Theaterarbeit hatte in dieser Zeit eine außerordentliche Bedeutung. Es kam, wie wir wissen, jährlich zu mehreren Aufführungen, die von der Bevölkerung dankbar aufgenommen wurden. Die Chormitglieder mussten sich strengen disziplinarischen Regeln unterordnen. Schwatzen während der Probe oder unentschuldigtes Fehlen wurden mit Geldstrafen belegt, wie dies aus einem Kassenbuch aus dem Jahre 1896 zu ersehen ist.

In den Kriegsjahren 1914-18 ruhte das Vereinsleben auch in Fechingen. Unmittelbar nach dem Kriegsende blühten die Vereine jedoch schnell wieder auf. Die Mitgliederzahlen nahmen stetig zu. Die beiden Männerchöre hatten zusammen eine Mitgliederzahl von 150 aktiven Sängern; eine stattliche Zahl für eine kleine Gemeinde wie Fechingen. Zwischen den beiden Weltkriegen hatte das Männerchorsingen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Es gehörte einfach zum guten Ton, einem Männergesangverein anzugehören. Anders lassen sich die hohen Mitgliederzahlen in diesen Jahren nicht erklären. In den Jahren zwischen den Kriegen waren die Aktivitäten der beiden Vereine besonders groß. Sängerfahrten und -Ausflüge, Teilnahme an Freundschaftssingen benachbarter Vereine und Theateraufführungen wechselten in bunter Reihenfolge. Im Jahre 1935 schlossen sich die beiden Vereine ,,Eintracht'' und ,,Concordia'' zu einem Verein mit dem Namen „Männergesangverein 1885“ zusammen. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges und der notwendigen Evakuierung der Bevölkerung nahm das Vereinsleben wie überall in Deutschland ein jähes Ende. Fast das gesamte Vereinsvermögen fiel dem Krieg zum Opfer. Unersetzliche Dokumente, die uns heute sehr viel mehr über das Vereinsleben früherer Zeiten aussagen könnten als spärliche mündliche Oberlieferungen, gingen während des Krieges verloren.

 

Vereinsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg

Unmittelbar nach dem Krieg war nach einer Verordnung der damaligen französischen Militärregierung chorische Tätigkeit nur in einer übergeordneten Dachorganisation in den Gemeinden möglich. Am 13. 7. 1946 wurde die Sport- und Spielvereinigung Fechingen gegründet, der eine Sparte „Gesang'' angegliedert war. Erst rund zwei Jahre später konnte unser Verein aus dieser Organisation herausgelöst werden und bildete ab dem 30. April 1949 einen von der Militärregierung tolerierten provisorischen Männergesangverein.

Es war die normale Folge jahrelangen Verzichts auf Geselligkeit und gemeinsame Erlebnisse, dass sich in der Nachkriegszeit das Vereinsleben sehr schnell wieder entwickeln konnte. Für den Männergesangverein Fechingen begann eine Phase großer Aktivitäten und starken Zuwachses an jungen Sängern, die bis in die frühen 60er Jahre hineinreichte. Das große Engagement und der von allen akzeptierte Führungsstil des damalige 1. Vorsitzenden Emil Groß trugen mit Sicherheit zu dieser Entwicklung bei. Wie dies durch die Zukunft bestätigt wurde, war es eine kluge Entscheidung im Jahre 1948, den damals 3l-jährigen Ottmar Kany aus Bliesransbach, als Chorleiter zu verpflichten. Unter seiner musikalischen Verantwortung entwickelte sich der Chor sehr schnell zu einem leistungsfähigen Klangkörper. Viele heute noch im Vereinsarchiv vorhandenen Kritiken und Urkunden von Sängerwettstreiten und Wertungssingen sind dafür ein Beweis. Sein über 20jähriges Wirken in Fechingen hatte seine Höhepunkte in dem ersten Besuch 1958 in Kobersdorf im österreichischen Burgenland und in der Konzertreise nach Berlin 1964, wo der Chor für seine musikalischen Leistungen viel Anerkennung und Beifall fand. Nicht aufzuzählen sind die vielen unterhaltenden und geselligen Veranstaltungen und unvergesslich die gemeinsamen Erlebnisse in diesen Jahren. Geselligkeit und Kameradschaft wurden in diesen Jahren besonders gepflegt, ohne dabei die musikalische Leistungsbereitschaft in den Hintergrund zu stellen. Bunte Abende, Karnevalsveranstaltungen und Sommerfeste, die in den 60er Jahren regelmäßig an der Heringsmühle stattfanden, sind heute oft Inhalte von Erinnerungen und Gesprächen unter den Sängern, die diese Feste mitgestaltet hatten.

Mit Umzügen unter der Teilnahme aller benachbarten Vereine und mehrtägigen Sommerfesten im Freien wurden 1950 und 1955 Vereinsjubiläen gefeiert. Von seiner schweren Krankheit schon gezeichnet, musste Anfang 1968 Otmar Kany sein Amt als Chorleiter für eineinhalb Jahre niederlegen. Der saarländische Komponist und damalige Leiter des Saarquartetts Saarbrücken, Robert Carl, übernahm die Leitung des Chores. Dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Chorleiter verstand er es, nach dem langen Wirken von Ottmar Kany den Chor vor einem Einbruch zu bewahren. Zu Beginn der sechziger Jahre hatte sich in der Vereinsführung ein Generationswechsel vollzogen. Nachdem Fritz Wellner 1960 Emil Groß als Vorsitzenden abgelöst hatte, übernahm Anfang 1963 Albert Weber die Führung des Vereins. In den siebziger Jahren vollzog sich der Generationswechsel auch im musikalischen Bereich. Nachdem 1971 Ottmar Kany krankheitsbedingt den Chor endgültig abgeben musste, übernahm im Folgejahr ein junger Musikpädagoge, Klaus Jung, die musikalische Leitung des Vereins. Die kommenden Jahre waren geprägt durch eine intensive Schulung des Chores und der Verlagerung von Zielsetzungen auf stärkere Betonung der musikalischen Belange. Dass dieser Wandel sich nicht problemfrei entwickelte, soll hier nicht unerwähnt bleiben. Vor aller die älteren Sänger hatten Anpassungsschwierigkeiten an den höheren Erwartungshorizont des neuen Chorleiters. Dass der eingeschlagene Weg richtig war, bewiesen die vielen musikalischen Erfolge der nächsten Jahre. Trotz eines Rückgangs der aktiven Sängerzahl wurden hi Kirchen- und weltlichen Konzerten, Liederabenden, Gruppen- und Kreisleistungssingen ausgezeichnete Bewertungen erzielt. Ergänzend dazu stand dem Verein jetzt in der neuerbauten Schwimmbadhalle ein ausgezeichneter Konzertraum zur Verfügung. Zum festen Bestandteil des Jahresprogramms gehörten seither unsere Konzerte, die sich mittlerweile bei der Fechinger Bevölkerung, großer Beliebtheit erfreuen. Es fällt nicht leicht, eine Hierarchie der Schwerpunkte jener Jahre zu erstellen, sicherlich gehören aber die beiden Konzertreisen nach Österreich; mit einem Auftritt im Haydnsaal zu Eisenstadt, die Uraufführung des Robert-Carl-Zyklus ,,Von Allerlei und Allerhand“  sowie das Kreisleistungssingen in Lauterbach 1976 zu den bedeutendsten Auftritten des Chores überhaupt. Die beiden Reisen ins Burgenland fallen auch in geselliger Hinsicht zu den Höhepunkten der siebgiger Jahre.

Ein besonderes Ereignis für alle Bürger der Gemeinde stellte die 1200-Jahrfeier des Ortsteils Fechingen 1977 dar. Bei dieser Jahrhundertfeier hat unser Verein in musikalischer, organisatorischer und gestalterischer Weise seinen Beitrag geleistet. Unvergessen bleibt der historische Umzug, bei dem der Männergesangverein in Anlehnung an den Fechinger Weinbau im vorigen Jahrhundert einen Winzerwagen gestaltete und die damalige saarländische Weinkönigin für den Umzug verpflichtet hatte. 1980 stellte Klaus Jung aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit beim Männergesangverein Fechingen ein. Erneut stand der Verein vor der wichtigen Entscheidung, einen neuen musikalischen Leiter zu finden. Heute wissen wir, dass die Wahl von Helmut Scheller zum neuen Chorleiter richtig war. Die kontinuierliche Steigerung der chorischen Leistung wurde durch ihn fortgesetzt. Seine musikalischen und organisatorischen Qualitäten zahlten sich in den letzten Jahren aus. Besonders eindrucksvoll waren die Auftritte des Chores beim Kreisleistungssingen im Gemeindezentrum Brebach im November 1981, wie auch die Mitgestaltung des Robert-Carl- Geburtstagskonzertes in der St. Ingberter Stadthalle im März 1982. Durch die geschickte Art Schellers, bei der Programmgestaltung von Konzerten eine gute Mischung von musikalisch Anspruchsvollem und Publikumswirksamem zu finden, hatten die Besucherzahlen der Konzerte in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Sicherlich einer der Glanzpunkte in der hundertjährigen Vereinsgeschichte blieb dem Jahr 1983 vorbehalten, die Teilnahme unseres Chores am Deutschen Sängerfest in Hamburg. Bei dieser Großveranstaltung des Deutschen Sängerbundes wirkte unser Verein an drei offiziellen Konzerten mit und hinterließ bei dem fachkundigen Publikum eine ausgezeichnete Resonanz. Die Hamburgreise wird als unvergessliches Erlebnis für die Teilnehmer in die Vereinsgeschichte eingehen.

 

Im Jahre 1985 wurde unser Chor 100 Jahre

 

Jubiläumsjahr 1985

Das 100-jährige Vereinsjubiläum begann am 13.01. 1985 mit einem Gottesdienst in der evangelischen  Kirche und anschließender Geburtstagsfeier im evangelischen Kindergarten. Am 27.04. folgte der Festakt im Schwimmbad mit Verleihung der Zelterplakette durch den Kultusminister, Herrn Prof. Diether Breitenbach. Vom 06.06. bis 10.06. wurde das Jubiläum im Rahmen einer Zeltveranstaltung auf dem Fechinger Kirmesplatz mit Freundschaftssingen, einem Buntem Abend, einem  Singwettbewerb der Dorfvereine und der Ziehung der Gewinne einer  großen Tombola ausgiebig gefeiert. Als musikalischen Höhepunkt im Jubiläumsjahr gestaltete der Männerchor am 27.10. Jubiläumskonzert. Zur Aufführung der Zyklus  „Die Welt ist voll Musik“’ von Klaus Fischbach   unter Mitwirkung des Frauenchores Constanze, Saarbrücken. Am 26.12 wurde das Jubiläumsjahr mit der Deutschen Messe von Erna Woll in der katholischen  Kirche in Fechingen beendet.

 

Im Jahr 1986 unternahm der Männerchor eine Konzertreise nach Ungarn. Musikalischer Höhepunkt dabei war ein Konzert in der Matthiaskirche in Budapest. Zur Pflege der Sängerfreundschaft mit dem MGV Kobersdorf erfolgte auch ein Treffen mit den burgenländischen Freunden im ungarischen Sopron (Ödenburg).

 

Gründung eines Frauenchores

Den Empfehlungen des Vorstandes der KVF und von Chorleiter Helmut Scheller folgend, lud der Verein am 17.11.1988 zur Gründungsversammlung für einen Frauenchor (FC) ins alte Pfarrhaus  ein. Bei dieser Gründungsversammlung waren insbesondere in großer Zahl die Frauen der Aktiven aus dem Männerchor anwesend und einige derer Freunde, Verwandten und Bekannten. In der im Januar folgenden Jahreshauptversammlung wurde der Frauenchor, trotz der Skepsis einiger Sänger aus dem Männerchor, als Chor in den Verein aufgenommen. Damit verfügte der Verein zu Beginn des Jahres 1989 über einen Männerchor mir 39 Aktiven, einen Frauenchor mit 27 Aktiven und einen Kinderchor. Die Kulturvereinigung MGV 1885 Fechingen e.V. war somit im Vergleich zu anderen Gesangvereinen in der Umgebung Ende der 80er Jahre gut aufgestellt. Der Männerchor verzeichnete gegenüber dem Jubiläumsjahr 1985 zwar deutliche Verluste an Sängern, doch war mit dem neuen Frauenchor jetzt eine Alternative gegeben, notfalls auch als gemischter Chor singen zu können. Mit dem seit 1984 bestehenden Kinderchor, der nun musikalisch von Axel Niederländer geleitet wurde, war auch aktive Nachwuchsarbeit im Verein gegeben.

Vom 25. bis 31.05 1989 führte der Männerchor eine Konzertreise nach Dänemark durch. In diesem Jahr verstarb auch der langjährige Vorsitzende und nun Ehrenvorsitzende Emil Groß.

 

Gründung des Mehrspartenvereins

1990 hat sich der Verein in gravierender Weise verändert. In der Jahreshauptversammlung wurden der Mehrspartenverein und eine Änderung des Vereinsnamens beschlossen. Die Aktiven des Vereins waren fortan in Männerchor, Frauenchor und Kinderchor als separate Sparten organisiert. Die jeweiligen Spartensprecher (Referenten) waren nun das Bindeglied zwischen Aktiven und Gesamtvorstand. Den Referenten wurde damit im Sinne des Vereins eine große Verantwortung übertragen. Zuvor hatte der erste Vorsitzende als Lenker des Vereins in jeder Chorprobe direkten Kontakt zu den Aktiven. Nun hatten die Referenten die Wünsche der Aktiven im Gesamtvorstand zu diskutieren und in umgekehrter Richtung die Beschlüsse des Vorstandes mit den Aktiven der jeweiligen Sparte umzusetzen. Diese neue Organisation sollte sich in den Folgejahren, geführt von dem geschäftsführenden Vorstand, über viele Jahre bestehend aus dem Vorsitzenden Albert Weber, Geschäftsführer Volker Witte und als Schatzmeister Thomas Konter  den Verein zu einer neuen Blüte führen.

 

 

Gründung der Sparte Schautanz

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18.08. wurde auch die Schautanzgruppe Scirocco als Sparte in den Verein aufgenommen.

Ein kleines Jubiläumfest zum 105-jährigen Bestehen wurde vom 31.08. bis 02.09.1990 als erstes Bauernhoffest der Kulturvereinigung auf dem Wittehof gefeiert.

Bereits 1991 hat sich die Schautanzgruppe Scirocco unter der Leitung von Christa Witte  in der KVF erfolgreich etabliert und ist erfolgreicher als je zuvor, 24 Auftritte im Jahr sind bis heute noch Vereinsrekord!

1992 gab es in Fechingen vom 19.07. bis 20.07. wieder einen musikalischen Leckerbissen. Ein junger Chor aus Kispesti (Budapest) war zu Besuch. Mit einem  Konzert in der Festhalle unter Beteiligung des Männerchores und einem  Grillfest auf dem Wittehof unter Beteiligung aller Sparten wurde der Besuch für die Gäste und die Gastgeber, (die Gäste waren bei  Familien in Fechingen privat einquartiert) zu einem Erlebnis. Die Schautanzgruppe Scirocco  feierte während des zweiten Bauenhoffestes mit einer großen Show ihr 15-jähriges Bestehen. Die Schautanzgruppe war 1977, anlässlich der Fechinger 1200-Jahrfeier, gegründet worden. 

 

Erste Winterwanderung am Rosenmontag nach Ensheim

Am 22.02. 1993 wurde erstmals eine gemeinsame Wanderung zum Rosenmontagszug nach Ensheim durchgeführt. Diese Winterwanderung wurde zwischenzeitlich zu einem festen Bestandteil im Jahresprogramm der Kulturvereinigung, bei der sich auch immer viel fördernde Mitglieder beteiligt haben. In guten Jahren zählte der Zug, organisiert von Rudi Freidinger, mit Planwagen und mobilem Lyonergrill bis zu 60 Teilnehmer. 

Zu einem weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte  wurde vom 09.06. bis 14.06. die Vereinsfahrt nach Kobersdorf mit ca. 120 Personen aus allen Sparten. Mit zusätzlichen Ausflügen nach Wien, ins südliche Burgenland und an den Neusiedler See und 3 Tage Programm im Kobersdorfer Festzeit war das wahrlich eine organisatorische Herausforderung für die Vereinsführung und die Kobersdorfer Gastgeber. Aber die Sache war gelungen und ist bis heute für die vielen Teilnehmer, auch die Schautanzgruppe Scirocco, ein einmaliges Erlebnis geblieben.

 

Gründung der Sparte Mountain Rabbits

Am 07.09.93 wurde die erste Probe der späteren Sparte Mountain Rabbits (MR) unter der Leitung von Mathias Scheller mit 10 Interessenten durchgeführt. Zum  Jahresende zählte die Gruppe 16 Aktive.

In der JHV vom 09.01. 1994 wurden die MR als Sparte in die KVF aufgenommen. Am 22.01. veranstaltete die KVF erstmals eine Kappensitzung als öffentliche Veranstaltung in der Festhalle am Schwimmbad mit Akteuren aus allen Sparten. Auch musikalisch war 1994 ein gutes Jahr für den Verein. Am 24.04. gab es ein  Volkliedersingen des SSB in der Kongresshalle unter Beteiligung von FC, MC und SC, am 30.04. war ein Konzert der Frauenchöre des SSB unter Beteiligung Frauenchores der KVF.

 

Die goldenen Neunziger der Kulturvereinigung

Vom 27.–29.05. 1994 wurde das 3. Bauernhoffest der KVF mit Hobbyausstellung, Scheunentheater, Freundschaftssingen, Kinderprogramm und einem Dorfabend gefeiert. Die Kulturvereinigung bot  ein Programm, das einem Jubiläum würdig gewesen wäre! Am 24.09. feierte die ARGE 25-jähriges Bestehen unter Teilnahme von FC, MC und Scirocco. Das Herbstkonzert mit Liedern und Tänzen aus Frankreich war eines der Besten der letzen 20 Jahre. Es folgten Adventskonzerte in der Ev. + Kath. Kirche sowie eine Jahresabschlussfeier in der Festhalle am Schhwimmbad.  1994 war das wahrscheinlich erfolgreichste Jahr der Kulturvereinigung 1885 Fechingen.

Diese Hochphase  der KVF, zweifellos ein Ergebnis der hervorragend funktionierenden Organisation des Mehrspartenvereins und einem bestens harmonisierenden Gesamtvorstand sollte noch ein paar Jahre anhalten. Zum 1.1.1995, also 10 Jahre nach dem 100jährigen hatte der Verein mit 270 Mitgliedern und über 100 Aktiven schon so viele Mitglieder wie nie zuvor und diese Entwicklung war noch nicht abgeschlossen.

Auch 1995 konnte der positive Trend fortgesetzt werden. Am 13.05. fand ein Qualifikationssingen des SSB im großen Sendesaal des Saarl. Rundfunks mit Beteiligung von MC und FC statt. Solche Auftritte sind  wichtig für die Weiterentwicklung der Chöre. Ein herausragendes Ereignis war das Fest zum 110-jährigen Vereinsjubiläum vom 15.-19. Juni. Der Festakt wurde gestaltet mit den Gästen vom MGV Kobersdorf und allen Chören der KVF. Es folgte ein Vereinsausflug mit Konzert auf Schloss Berg mit 244 Teilnehmern (mit 5 Bussen) unter Beteiligung aller Sparten und den Gästen aus Kobersdorf. Das Fest wurde abgeschlossen mit einer Schifffahrt von Saarburg bis Merzig. Ebenfalls 1995 erfolgte die Sängerfahrt  des Männerchores nach Melsungen mit einem sehr gelungenen Auftritt in der Stadthalle. Dieser Auftritt des hervorragend aufgelegten Chores wird überhaupt als einer der Höhepunkte  des Männerchores gewertet. Leider sollte es aber auch der letzte wirkliche  musikalische Akzent sein, die der Chor setzen konnte.

 Am  04.06. 1996 nahm die KVF mit  FC und  MC an einem Wertungssingen in Ensheim  mit guter Leistung teil. Die Bewertung durch Sachverständigen war allerdings unterschiedlich. Vom 03.-06.10. feierten  MC und MR  die Traumhochzeit von  Martin und  Martina Freidinger in  Luttach/Südtirol.

 

Gründung der Sparte Instrumentalmusik

Am 11.01. 1997 wurde die Sparte „Instrumentamusik“ offiziell gegründet. Unter der Leitung von Werner Gremminger hatten die KoBeCo bereits seit Jahren die Konzerte der KVF begleitet und waren auf verschiedenen Veranstaltungen stets eine gern gehörte  Musikgruppe. KoBeCo ist zu diesem Zeitpunkt die sechste Sparte der Kulturvereinigung. Am 25.05. wurde das Robert-Carl-Konzert in Festhalle zwar musikalisch ein Erfolg, doch  ein geringes Zuschauerinteresse führte finanziell zu einem erheblichen Verlust,

 

Am 1.1.1998 hatte die Kulturvereinigung über 300 Mitglieder, davon sind über 150 als Aktive beim Saarsängerbund gemeldet. Die Kulturvereinigung Fechingen war damit im Verband der Verein mit den meisten Aktiven. Auch in der Dorgemeinschaft ist das Ansehen der Kulturvereinigung gewachsen. Am 19.04. 1998 feiert der Frauenchor sein 10-jähriges Bestehen mit einem Kirchenkonzert in der kath. Kirche. Der MC durfte unterstützend mitwirken. Am 09.05. nahmen FC und MC an Wertungssingen in der Festhalle Fechingen mit zufrieden stellendem Erfolg teil. Vom 30.05.-01.06. hieß es wieder einmal Bauernhoffest, bei dem die Tanzgruppe Scirocco mit einer tollen Show ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Nie waren bei einem Bauernhoffest mehr Besucher im Hof als 1998. Das Scheunentheater und heimatkundliche Ausstellung hatten sich etabliert. Vom 11.-15.06 wurde in Kobersdorf die 40-jährige Sängerfreundschaft der beiden Männerchöre gebührend gefeiert. Das Leistungsvermögen, des nur in Unterbesetzung angetretenen Chores, war bedenklich.

 

Führungswechsel im Vorstand und in den Sparten

Am 11.01. 1999 gab es ein Führungswechsel in der KVF, nach 36 Jahren  Vorsitz legte Albert Weber seine Amtsgeschäfte in die Hände von Fred Breit. Albert Weber wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am 18.02. gedachte der Verein in einer Trauerfeier dem  Ehrenmitglied und Förderer Paul Herz. Am 13.06. feierten die MR ihr 5-jähriges Jubiläum mit einem Konzert in kath. Kirche. Am 10.12. fand die letzte Probe des MC im traditionsreichen Vereinslokal „Zur Linde“ statt.

Mitte 2001 beendeten Matthias Scheller (MR) und Jens Ammer (KiC) aus beruflichen Gründen ihre Tätigkeiten als Chorleiter. Am 11.05. hatten die MR einen Fernsehauftritt in der Musikzeit des SR und am 10.06. ein Konzert in kath. Kirche Fechingen Auch die Schautanzgruppe Scirocco hatte am 19.07. eine Fernsehaufzeichnung. Am 11.08. führte Fred Breit  den Verein zu einem gelungenen Ausflug in den Odenwald und nach Speyer. Am 23.09 fand, ebenfalls auf Initiative des neuen Vorsitzenden Fred Breit, der erste Kleinkunstabend in der Linde statt.

2002 musste der Verein erstmals nach 10 Jahren Stabilität eine  Beitragserhöhung durchführen. Kleinkunstabende wurden zum festen Bestandteil im Angebot der KVF. Am  04.05 nahm der FC beim Leistungssingen in Eschringen mit sehr guter Kritik teil, der MC erhielt gute Kritiken bei der Teilnahme am Louis Pinck Konzert in Biesingen. Vom 15.08. bis 18.08. wurden wieder die Freunde aus dem Burgenland empfangen. Das wurde  bei einem Liederabend im Schwimmbad,  einem Bunten Abend auf dem Wittehof und einem Ausflug nach Metz mit abschließendem Spanferkelessen in Hinsingen kräftig gefeiert.

2003 wurde am 15.06. ein festliches Konzert anlässlich des 15-jährigen Bestehens des FC in kath. Kirche gegeben. Mit dem Jubiläum verbunden war eine Ausstellung in der Filiale der Volksbank. Im Männerchor hatte, auch wegen schlecht ausgewählter Literatur, nur einen  mässigen Auftritt beim Herbstkonzert. Erschwerend war, dass auch die Anzahl der Sänger im Laufe des Jahres von 36 auf 27 zurückgegangen war. Der langjährige Chorleiter kündigte die Zusammenarbeit in der bisherigen Form zum Jahresende auf. Helmut Scheller zitierte Goethe: „Jede Lösung eines Problems bringt ein anderes!“ Die Wahrheit dieses Spruches  ist in den Folgejahren mehrmals deutlich geworden.

2004 konnte mit Professor Dr. Klaus Velten ab März ein neuer Chorleiter für den MC gewonnen werden. Durch die Umstellung auf 3-stimmiges Singen, dem Leistungsvermögen des Chores angepasst, wurde ein Weg gefunden, dem Männerchor in der Kulturvereinigung eine letzte Chance zu geben. Auch bei der Schautanzgruppe Scirocco setzte eine negative Entwicklung ein. Weniger Tänzerinnen, weniger Auftritte, doch die Qualität noch gut. Die KoBeCo´s haben sich aus der Sparte abgemeldet Instrumentalmusik wieder verabschiedet. Auch die Zukunft KC war fraglich. Das waren keine leichten Aufgaben für den damaligen Vorstand der KVF. Lediglich der FC verzeichnet erfolgreiche Auftritte beim Kreissängertag in der Kongresshalle, dem Herbstkonzert und bei einem Besuch in Drulingen. Auch die  Anpassung der Beiträge und Einleitung von Sparmassnahmen durch den Vorstand waren deutliche Anzeichen einer aufziehenden Krise.

Vom 24.-28.2005 veranstaltete die KVF unter der Organisation von Nicole Thiel eine Vereinsfahrt in die Toscana. Nachdem Helmut Scheller nun auch kurzfristig die musikalische Leitung des  Frauenchores aufgeündigt hatte, übernahm Ulla Ecker den FC.

 

Neue Profile der Kulturvereinigung: Fechinger Narrenschau, Kreativwoche und Theater 

2007 gewann die Fechinger Narrenschau, durch das sehr lobenswerte Engagement von Jens Ammer, immer mehr an Profil. Mit der 1. Kreativwoche im Wittehof,  auf Initiative von Uschi Buchheit ins Leben gerufen, und die Aktivierung der Theatergruppe durch Heike Morgenstern, setzte der Verein wieder neue Akzente. Beim Herbstkonzert zeigte alle Chöre gute Leistungen.

Das Jahr 2008 wurde geprägt durch die Fahrt nach Kobersdorf zu deren 140-jährigem Bestehen. In diesem Zusammenhang wurde auch gebührend die seit 50 Jahren bestehende Sängerfreundschaft gefeiert. Gute Leistungen gab es beim Herbstkonzert, aber bei wiederum schwachem Besuch. Armand Oskar, Bingert Adalbert, Franz Otto, Maurer Paul, Mohr Willi, Weber Albert (alle Fechingen) sowie Hausensteiner Paul, Kindler Franz, Steiner Johann (alle Kobersdorf). wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Kobersdorfer Sänger pflegen seit 1958, also seit 50 Jahren die Sängerfreundschaft nach Fechingen. Im Gegenzug wurden aus dem gleichen Grund Albert Weber, Otto Frantz und Georg Schneider beim Besuch in Kobersdorf zu Ehrenmitgliedern ernannt.

In der Jahreshauptversammlung 2009 wurde die Pflege des Brauchtums der Faasenacht mit in die Präambel  der Vereinsatzung aufgenommen. Musikalischer Höhepunkt in 2009 war ein Kirchenkonzert anlässlich des 20jährigen Bestehens des Frauenchores  in der kath. Kirche in Fechingen. Das Jubiläum wurde im Sommer mit einem Brunch im Wittehof gefeiert.

 

Herausforderungen und Neubeginn

Ansonsten wurde das Jahr 2009 zum Schicksalsjahr für den Mehrspartenverein Kulturvereinigung 1885 Fechingen. Die in den 90ern zunächst so gut funktionierende Vereinsarbeit nach dem Konzept des Mehrspartenvereins hatte in Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen und ständig wechselnder Chorleiter versagt. Mangelnde Kommunikation zwischen Aktiven, Spartenreferenten und Vorstand und ebenso in umgekehrter Richtung haben zu Zerwürfnissen geführt. Die musikalischen Leiter hatten unterschiedliche Vorstellungen. Diese unterschiedlichen Vorstellungen sind in den Sparten umgesetzt worden, ohne dass sie über den Vorstand im Sinne des Vereins synchronisiert werden konnten.  Die Mitgliederzahlen waren zudem in allen Sparten gesunken. Der Vorstand musste reagieren, die Finanzierung von drei Chorleitern für insgesamt 60 Aktive Sängerinnen und Sänger auf Dauer nicht mehr möglich. Von der Mehrzahl der Aktiven wurde im Sinne des Vereins die Bildung eines gemeinsamen Chores befürwortet. Ein Teil der Aktiven des Frauenchores wollte diesem  Mandat nicht folgen und hat zwischenzeitlich den Verein verlassen.

Die verbliebenen Sängerinnen und Sänger suchen nun in der Sparte der Montain Rabbits unter der musikalischen Leitung von Gerald Kohl einen Neubeginn. Bleibt die Hoffnung, dass die zahlreichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr die Kommunikation im Verein fördern und am Ende des Jahres wieder ein starker Chor steht. Ein Chor, der entsprechend der Satzung des Vereins dem Gemeinwohl unseres Heimatortes Fechingen dienen soll.

Kulturvereinigung 1885 Fechingen e.V.

Provinzialst. 96 66130 Saarbrücken

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